Zotter plant einen essbaren Tiergarten 0 Kommentar(e)

Josef Zotter - Schoko-König und LandwirtJosef Zotter - Schoko-König und Landwirt

Streichelzoo, Erlebnisbauernhof, Schlachtung und Fleischhandlung unter einem Dach.

Schoko-König Josef Zotter plant einen Erlebnisbauernhof, in dem man Tiere zuerst streicheln und ihre Artgenossen dann abgepackt und gekühlt beim Ausgang kaufen kann. Mit diesem »Herzensprojekt« will Zotter ein Zeichen gegen die Anonymität der Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie setzen. Der erfolgreiche Unternehmer ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und möchte den natürlichen Zugang zum Schlachten, den er selbst erlebt hat, auch seinen Besuchern vermitteln. Aus Angst, es könnte als PR-Gag oder Sensationslust ausgelegt werden, will er die Schlachtungen zwar hinter verschlossenen Türen machen. Dennoch soll den Gästen ganz klar sein, dass jene Tiere, die auf der künftigen Bio-Landwirtschaft frei herumlaufen, auch geschlachtet und gegessen werden. 

Zotter setzt auf traditionelle Nutztier-Rassen, die resistent sind und auf Schmackhaftigkeit und nicht auf Ertragsmaximierung gezüchtet sind: Schweine, Hühner, Gänse, Enten, Hasen, Fische und sogar Schnecken sollen gefüttert, gestreichelt, geschlachtet und verkauft werden. Kern des neuen Projekts sollen die 30 Hochlandrinder sein, die Zotter schon jetzt auf seinem Grundstück hält. Im Gespräch mit falstaff.at sagt Zotter, dass es ihm um »Erfahrung, Wissen und Respekt jenseits der Supermarktfleischpackerl, die uns zum Spottpreis nachgeworfen werden« geht. 

Hochlandrinder auf Zotters WeidenRund 30 Hektar stehen dem künftigen Landwirt in direkter Nachbarschaft zu seinem Schoko-Laden-Theater in Riegersburg zur Verfügung. Startschuss für das spannende Projekt fällt schon am ersten März, wo mit Anlegen von Teichen, Weiden und dem Bau von Wirtschaftsgebäuden begonnen werden soll. Zotter rechnet mit einem Umsetzungsrahmen von rund drei Jahren. Unter dem Motto "leben und leben lassen« will der Steirer zum Umdenken animieren und vermitteln, welchen Wert Fleisch wirklich hat. An Gewinn denkt er dabei nicht. Durch die Begegnung mit den Tieren und würdevolles Schlachten will er erreichen dass auch würdevoll gegessen wird. Und wenn jemand durch diese Konfrontation zum Vegetarier wird, dann ist ihm das auch Recht.

Der essbare Tiergarten ist eine Privat-Initiative, das Hauptgeschäft von Josef Zotter bleibt die handgeschöpfte und fair gehandelte Schokolade. Aber auch hier will der Unternehmer neue Wege gehen. Nach der Eröffnung von Zotter-Shops in Innsbruck und Essen soll in Salzburg ein weiterer Standort folgen. Nach der Etablierung dieser Stützpunkte will er die Idee des »Schoko-Laden-Theaters« als Franchising-System weiter verbreiten.

www.zotter.at

von Bernhard Degen

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